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Das
ökumenische Kirchenasyl
in Tübingen |
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Schwäbisches Tagblatt, 23. Februar 2002, S. 28: Schlaflose Nächte sind vorbeiVorerst keine Abschiebung
von Familie Güler /
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Fatma
Güler
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Sultan
Güler
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Ahmet
Güler
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Der 21-Jährige musste
seine Lehre als Heizungsbauer im dritten Lehrjahr abbrechen. Jetzt hat
er in dem Tübinger Betrieb die Chance, wieder einzusteigen. Gülers
Anwalt Manfred Weidmann machte noch einmal deutlich, dass es sich bei
der jetzt erreichten Lösung um das Ergebnis "vielfältigster
Bemühungen vieler, nicht nur einzelner Politiker und bekannter
Persönlichkeiten", handelt.
Die Duldung,
so Weidmann, bedeutet rein rechtlich: Die Abschiebung der Gülers
in die Türkei, von wo die traumatisierte Hatice Güler gemeinsam
mit ihrem Ehemann Mustafa vor knapp zwölf Jahren floh, wird für
drei Monate ausgesetzt. Sie kann verlängert werden, bis ein neues
Gutachten vom Tübinger Psychiatrie-Professor Klaus Foerster erstellt
ist und die derzeit noch nicht abgeschlossenen Rechtsverfahren entschieden
sind. Weidmann begrüßte zwar, dass die Duldung für alle
Gülers mit einer Arbeitserlaubnis verbunden ist. Andererseits sei
sie aber an "laufende Verfahren gekoppelt". So läuft
seit 2000 ein Asyl-Folgeantrag. Sein Ausgang sei nach wie vor ungewiss.
Er wolle sich gemeinsam mit dem Asyl-Arbeitskreis aber weiterhin für
ein dauerhaftes Bleiberecht der ganzen Familie einsetzen. Diese "positive
Lösung" zeichnet sich für Pfarrer Martin Zwanger und
den Asyl-AK zumindest dann ab, "wenn die vertrauliche Zusammenarbeit
mit dem Innenministerium weitergeht". So haben sich die Kirchengemeinden
darauf verständigt, den Besuchsdienst bei Gülers und die regelmäßigen
internen Besprechungen so lange fortzusetzen, "bis ein dauerhafter
Aufenthalt für Gülers gesichert ist", erklärte Pfarrerin
Beate Schröder von der Eberhardskirchengemeinde. Gerhard Schneider
(St. Michael) erinnerte noch einmal an den "menschlichen"
Aspekt des Kirchenasyls. Unabhängig von der Konfession "müssen
Christen Widerstand leisten, wenn der Staat nicht in der Lage ist, Menschenrecht
zu garantieren". In der Wahrnehmung über Gülers "tragisches
Flüchtlingsschicksal", so Zwanger, habe man nun mit der Landesregierung
"zueinander gefunden".
Bilder: Haas