Das ökumenische Kirchenasyl
in Tübingen

 
 

Schwäbisches Tagblatt, 3. Dezember 2001, S. 24:

Freiwillige im Einsatz

Bürgerbüro vergibt zum Freiwilligentag Preise
an Ehrenamtliche

TÜBINGEN (roc). Doppelter Anlass und zwei Preise: Am Samstag war Tag des Freiwilligen im Internationalen Jahr des Freiwilligen. Die Jury des Bürger-Büros präsentierte daher auch zwei Sieger im Wettbewerb der ehrenamtlich organisierten Projekte, der zum dritten Mal veranstaltet wurde.

Die Auszeichnung für das besondere Projekt ging an das Projekt "Kurdenasyl". Gemeinsam mit dem Arbeitskreis ökumenische Kirchengemeinde hat sich die parteiübergreifende Inititative "Kein Mensch ist illegal" seit 1999 für das Bleiberecht der kurdischen Familie Güler eingesetzt. Neben Rechtsberatung unterstützte das Projekt die Familie auch bei alltäglichen Besorgungen oder Arztbesuchen. Den Preis für langjährige kontinuierliche Arbeit nahm der "Arbeitskreis Leben" entgegen. Jurymitglied Julia Klönne-Bibouche lobte die 57 Ehrenamtlichen des Arbeitskreises zur Betreuung von Selbstmordgefährdeten für ihren "unermüdlichen Einsatz, Menschen, die dabei sind, sich vom Leben zu verabschieden, wieder zurückzuholen". Beide Auszeichnungen sind mit 500 Mark dotiert, die von der Kreissparkasse und der Volksbank Tübingen gespendet wurden. Eine lobende Erwähnung erhielt ausserdem das Projekt "Cool gegen Gewalt" vom Jugendrotkreuz. An allen Tübinger Schulen bietet diese bundesweite Initiative Kurse zur Gewaltprävention und Streitschlichtung unter Schülern an.

In der anschließenden Diskussion ging es unter anderem um bessere Rahmenbedingungen und Vergünstigungen für ehrenamtlich Tätige. Dieter Lehmann, Leiter der Stabstelle für Stadtentwicklung und Bürgerbeteiligung in Ulm präsentierte eine Bonuskarte, mit der Ehrenämtler unter anderem Ermässigungen im Nahverkehr und an Volkshochschulen erhalten. Auch Gutscheine für Restaurants und Bäder können mit der Karte erarbeitet werden, für die Ulm bisher 30 private und städtische Sponsoren gefunden hat. Nach diesem Vorbild, so Klönne-Bibouche, könnte es auch in Tübingen Ermäßigungen oder Ausnahmeregelungen geben, beispielsweise im öffentlichen Nahverkehr. Aber auch auf Vertreter aus Handel und Gewerbe müsse man zugehen. "Wir müssen mit allen Seiten im Gespräch bleiben." Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen, betonte sie: "Natürlich geht es uns nicht ums Geld. Dann wäre das ja Honorartätigkeit. Aber die Freiwilligen sollten für ihren Einsatz nicht draufzahlen." Eine Helferin der "Frauenselbsthilfe nach Krebs" berichtete, wie sie nach einem langen Gespräch mit einer Betroffenen an ihrem Auto einen Strafzettel fand, weil ihr Parkschein inzwischen abgelaufen war. Ihr Engagement, so die Ehrenamtliche, habe sie damit vierzig Mark gekostet. "Hier", so Klönne-Bibouche, "sollte die Stadt Abhilfe schaffen. Vielleicht nach Art der Feuerwehr, etwa mit einer Sondergenehmigung für Freiwillige im Einsatz."


Tübingens Erster Bürgermeister Gerd Weimer (links) überreicht Stefan Klingbeil (zweiter von links), von der Inititative "Kein Mensch ist illegal" die Auszeichnung für "das besondere Projekt im laufenden Jahr" (im Bild: am Pult Jurymitglied Julia Klönne-Bibouche und Isabell Schiedt, Schülerin vom Vorjahres-Preisträger Walter-Erbe-Realschule). - Bild: Heiss

Kleine Korrektur: Im ersten Abschnitt des Presseberichts müßte es natürlich heißen: Die Auszeichnung für das besondere Projekt ging an das Projekt "Ökumenisches Kirchenasyl". Gemeinsam mit dem Arbeitskreis Ökumenisches Kirchesnasyl ... (Vgl. die unterstehende Urkunde!)
Bei den vielfältigen Veranstaltungen vor Weihnachten, bei denen die Presse zugegen sein muß, ist das verständlich.

 

 

 

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